Am 17. Juli 1991 wurde das Landesgesetz über die Thüringer Verwaltungsschule vom Landtag verabschiedet. Damit erhielt die Thüringer Verwaltungsschule als selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts den Auftrag, die Aus- und Fortbildung der Angehörigen des öffentlichen Dienstes in Thüringen zu übernehmen. Im August 1991 begann der vom Thüringer Innenministerium eingerichtete Aufbaustab der Thüringer Verwaltungsschule (bestehend aus dem künftigen Direktor und fünf Mitarbeitern) seine Arbeit in den Räumen des ehemaligen Gauforums in der Carl-August-Allee 2 in Weimar.
Die konstituierende Sitzung des Verwaltungsrates der Thüringer Verwaltungsschule fand am 17. Dezember 1991 im Thüringer Innenministerium statt. Alle für die Tätigkeit der Schule notwendigen Entscheidungen wurden getroffen - die Arbeit konnte beginnen.
Bereits ab Januar 1992 fand der erste Lehrgang für die Ausbildung der Beamten des mittleren nichttechnischen Dienstes statt. Die ersten Prüfungszeugnisse nach erfolgreichem Abschluss der Debütanten verteilte damals der Thüringer Innenminister Willibald Böck vor laufender Fernsehkamera. Mittlerweile hat die Klasse 041 ihre Beamtenausbildung begonnen.
Neben den Fortbildungslehrgängen I und II, die nahezu in allen größeren Thüringer Städten durchgeführt wurden sowie den Ausbildungslehrgängen für die Verwaltungsfachangestellten und Fachangestellten für Bürokommunikation bot die TVS 1995 kurzzeitig auch ein Fernstudium an, mit dem die Teilnehmer einen berufsqualifizierenden Abschluss erwerben konnten. Die eigens für die kommunalen Wahlbeamten eingerichteten Grundlagenlehrgänge nach dem „Bopparder Modell“ begannen im Oktober 1992; insgesamt nahmen 524 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister teil.
Die Arbeit der Thüringer Verwaltungsschule wurde und wird immer von der Standortfrage der Schule begleitet; die Gerüchteküche brodelte über Jahre; da waren Umzüge nach Beichlingen, Apolda, Gera, Nohra und immer wieder Gotha im Gespräch. Im Sommer 1999 zog die TVS dann auch um, allerdings innerhalb von Weimar. Das neue Domizil wurde die Liegenschaft „Hinter dem Bahnhof 12“ mit modernen Büroräumen, großen hellen Klassenzimmern, Aufenthaltsräumen für die Lehrgangsteilnehmer und vielen Parkplätzen. Idealerweise befindet sich der Bahnhof nur fünf Gehminuten entfernt, was die Anreise für die Lehrgangsteilnehmer sehr erleichtert.
In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltungsschule erschien im Dezember 1999 das erste Lehrbuch der Thüringer Verwaltungsschule. Mittlerweile sind daraus 16 geworden. Die Lehrbuchreihe erleichtert den Lehrgangsteilnehmern die Erarbeitung des Unterrichtsstoffes erheblich. Zur Prüfungsvorbereitung werden Klausurensammlungen sowie die dreiteilige Reihe „Die Kunst, Fälle zu lösen“ angeboten. Auch in den Behörden sind die Fachbücher gern genutzte Arbeitsmittel.
Auf eine erfolgreiche Arbeit konnte man anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Thüringer Verwaltungsschule im Dezember 2001 zurückblicken. So ließen es sich Frau Christine Lieberknecht, damals Landtagspräsidentin, und viele weitere Persönlichkeiten der öffentlichen Verwaltung in Thüringen sowie die Bayerische Verwaltungsschule und der Hessische Verwaltungsschulverband nicht nehmen, der TVS zu ihrer hervorragenden Arbeit auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung in Thüringen zu gratulieren.
Als weiteren Höhepunkt ihrer Geschichte konnte die Schule im Mai 2004 den Ministerpräsidenten des Landes Thüringen, Herrn Dieter Althaus, begrüßen. Herr Althaus eröffnete den ersten betriebswirtschaftlichen Lehrgang, der mit der Prüfung zum/zur „Betriebswirt/in - Public Management (TVS)“ abschließt. Zwischenzeitlich wurden neun dieser Fortbildungslehrgänge III thüringenweit eingerichtet und weitere sind geplant. Im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen in der Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte ist gerade für Kämmerer, Haushaltsbeauftragte und Führungskräfte der Besuch eines betriebswirtschaftlichen Lehrgangs unverzichtbar.
Am 2. Dezember 2011 wurde im Schloss Etterburg unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin, Frau Christine Lieberknecht, das 20-jährige Bestehen der Thüringer Verwaltungsschule gefeiert. Im Rahmen dieser Festveranstaltung erfolgte nicht nur ein Rückblick auf die Verdienste der Thüringer Verwaltungsschule, sondern es wurde auch den "Säulen" dieser erfolgreichen Arbeit gedankt - allen Dozenten, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Mitgliedern des Verwaltungsrates und vor allem dem Leiter der Bildungsstätte, Herrn Direktor Axel Schneider. Der öffentliche Dienst braucht hoch qualifiziertes, motiviertes und verantwortungsvolles Personal und dieses Personal wird auch zukünftig in der Thüringer Verwaltungsschule aus- und fortgebildet.